High-Tech-Teleskop "MUSE" erstellt 3D-Ansichten des Universums (Video, Bilder)

Ein neues Teleskop, mit dem man in den Kosmos blicken und dreidimensionale Ansichten des Universums schaffen kann, hat seinen ersten großen Test in einem europäischen Observatorium in der chilenischen Hochwüste bestanden.

Nach einem Jahrzehnt des Designs und der Entwicklung hat das Tool - der Multi Unit Spectroscopic Explorer (MUSE) - erfolgreich seine ersten Bilder des Weltraums aufgenommen, um 3D-Ansichten des frühen Universums zu erstellen. Das MUSE, das am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte in Chile installiert ist, kann die Tiefen des Weltraums erforschen und abbilden.

"Es hat über viele Jahre hinweg viel Arbeit von vielen Menschen gefordert", sagte Studienleiter Roland Bacon vom Forschungszentrum für Astrophysik in Lyon (CRAL) in Frankreich. "Diese sieben Tonnen schwere Sammlung aus Optik, Mechanik und Elektronik ist jetzt eine fantastische Zeitmaschine, um das frühe Universum zu erforschen." [Weitere kosmische Fotos von MUSE (Galerie)]

Farben spalten

MUSE verwendet 24 Spektrographen, um Licht in seine Komponentenfarben (Spektren) aufzuteilen, um Bilder und Spektren verschiedener Regionen des Himmels zusammenzusetzen. Studien dieser Farben können den Astronomen Einblick in die Zusammensetzung und Bewegung verschiedener Objekte geben.

MUSE erstellt auch ein 3D-Bild von Objekten mit den Lichtwellen, die es erhält. Diese Technik, die als integrale Feldspektroskopie bekannt ist, ermöglicht es Astronomen, die Eigenschaften verschiedener Regionen eines Objekts gleichzeitig zu untersuchen. Wenn man die Technik beispielsweise auf Galaxien anwendet, kann man nicht nur ihre chemische Zusammensetzung, sondern auch Details über ihre Rotation aufdecken.

Sobald die Bilder in eine Vielzahl von Wellenlängen aufgeteilt sind, können sich Astronomen durch verschiedene Ansichten des Objekts bewegen, wie ein Sender, der sich in verschiedene Fernsehkanäle einstellt.

Nach seiner Installation am Unit Telescope 4 des Very Large Telescope nahm MUSE Anfang 2014 Testbilder von fernen Galaxien, hellen Sternen und anderen Objekten auf. Die Daten wurden Anfang dieses Monats auf dem 3D2014-Workshop in Deutschland veröffentlicht.

Zusätzlich zu seiner eigenen Technologie nutzt MUSE auch die fortschrittliche adaptive Optik an seinem Basisteleskop. Eine Technologie, die dazu beiträgt, atmosphärische Verzerrungen aus Bildern zu entfernen, die das Teleskop - und damit MUSE - beobachtet, ermöglicht eine adaptive Optik, die eine deutliche Verbesserung der Bildschärfe ermöglicht. Die ESO ist dabei, das Unit Telescope 4 in ein vollständig adaptives Instrument umzuwandeln.

Mit erfolgreichen Testbildern wird MUSE weiterhin die Zeitalter des Universums erforschen. Galaxienbildung, chemische Eigenschaften und Bewegung sind vorrangige wissenschaftliche Ziele der Instrumente. MUSE wird auch in der Lage sein, die Planeten und Sterne im Sonnensystem sowie Sternentstehungsgebiete in der Milchstraße und in fernen Galaxien zu untersuchen.

MUSE ist das Ergebnis von zehn Jahren Arbeit des MUSE-Konsortiums, das vom CRAL geleitet wird. Partner sind das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam und das Institut für Astrophysik in Göttingen, das Schweizer Institut für Astronomie EETH, das Forschungsinstitut für Astrophysik und Planetologie in Frankreich, die niederländische Forschungsschule für Astronomie und die ESO.

"Eine Muse inspiriert uns. In der Tat hat MUSE uns viele Jahre lang inspiriert und wird dies auch weiterhin tun", sagte Bacon im Blog des MUSE-Teams. "Zweifellos werden auch viele Astronomen aus der ganzen Welt von unserer MUSE begeistert sein."