Mikroben könnten Mars für Menschen vorbereiten

Das erste Lebewesen, das von Menschen auf den Mars geschickt wird, ist vielleicht kein glücklicher Astronaut oder gar ein Affe, sondern ein Mikroorganismus wie Cyanobakterien.

Neue Forschung, die von der NASA finanziert wird, schlägt vor, "Ökosystem building, Pionierorganismen" zum roten Planeten vor Menschen zu senden, entsprechend einer Aussage der Raumagentur. Diese Organismen würden Sauerstoff durch Reaktionen mit Verbindungen im Marsboden produzieren und das Gas in Biodomen auf der Planetenoberfläche speichern.

"Dies ist ein möglicher Weg, um eine menschliche Mission zum Mars zu unterstützen, Sauerstoff zu produzieren, ohne schwere Gasflaschen zu senden", sagte Eugene Boland, Leiter der neuen Forschung, in der Erklärung. "Lasst uns Mikroben schicken und sie das schwere Heben für uns machen lassen."

Boland ist leitender Wissenschaftler bei Techshot Inc. in Greenville, Indiana. Er hat Mikroben im "Mars-Raum" der Firma getestet, der den atmosphärischen Druck des Roten Planeten, Temperaturschwankungen von Tag zu Nacht und Sonneneinstrahlung simuliert. Sein Ziel ist es, ein Ökosystem auf dem Mars zu bauen, das die brutale Umwelt des Planeten zähmen und es zukünftigen Entdeckern zugänglicher machen kann (obwohl die Idee von Mikroben, die Menschen helfen, den Mars zu kolonisieren, nicht neu ist).

Boland und sein Team hoffen, dass die Mikroben auf einer zukünftigen Mars-Rover-Mission transportiert werden. In kleinen Behältern versiegelt, würden die Mikroorganismen ein paar Zentimeter in den Boden gepflanzt werden. Die speziell entworfenen Behälter würden den Mikroben ermöglichen, mit dem Boden in Wechselwirkung zu treten, aber sie auch vor der Marsatmosphäre schützen.

Die Mikroben müssten Extremophile sein - Organismen, die in extremen Umgebungen überleben können - wie bestimmte Cyanobakterien.

Einige Mikroben, die Boland und sein Team testen, können auch Stickstoff aus dem Marsboden entfernen. Und wenn Wassereis unter der Oberfläche gefunden werden könnte, könnten die Mikroben den Astronauten auch Wasser zur Verfügung stellen, heißt es in der Erklärung.

"Ich bin Biologe und Ingenieur. Ich möchte diese beiden Dinge zusammenbringen, um ein nützliches Werkzeug zu schaffen", sagte Boland.

Das Projekt befindet sich noch in der Testphase. Es wurde kürzlich vom NIAC-Programm (Innovative Advanced Concepts) der NASA gefördert.