Arecibo arbeitet mit globalen Antennen zusammen, um ein 6.800-Meilen-Teleskop zu simulieren

Das Arecibo-Observatorium in Puerto Rico hat sich mit Teleskopen in Nordamerika, Südamerika, Europa und Afrika zusammengetan, um die Beobachtungsleistung eines Radioteleskops mit einem Durchmesser von fast 11.000 Kilometern zu schaffen. Diese Zusammenarbeit wird als EXPReS-Projekt (Express Production Real-Time e-VLBI Service) bezeichnet. Am 22. Mai wurde das System „live“ geschaltet, wobei alle Antennen denselben Teil des Himmels beobachteten. Dies ist ein historisches Projekt, bei dem die internationale Zusammenarbeit zu dem bisher leistungsstärksten Radioteleskopsystem geführt hat…

Der 22. Mai läutete die erste Live-Demonstration des EXPReS-Projekts ein, bei dem Radioteleskope aus vier Kontinenten eingesetzt wurden. e-VLBI steht für „Electronic Very Long Baseline Interferometery“ und das System hat den großen Vorteil, Echtzeitbeobachtungen durchzuführen. Daten aus dem EXPReS-Projekt werden an den zentralen Signalprozessor des Joint Institute for VLBI in Europa (JIVE) in Holland übertragen, wo die Geschwindigkeit des Daten-Streamings den bisherigen Rekord von Arecibo viermal übertroffen hat. Die Zusammenarbeit von e-VLBI, EXPReS und JIVE ist nicht nur ein Akronym, sondern wird den Kosmos mit einer Auflösung beobachten, die 100-mal besser ist als die der modernsten optischen Teleskope der Welt.

Wie kann also eine einzelne Radioteleskopschale mit einem Durchmesser von 6.800 Meilen simuliert werden, wenn das Projekt Teleskope auf dem Planeten verteilt hat? Hier kommt die clevere Technik namens Very Long Baseline Interferometery (VLBI) ins Spiel. Wenn Sie mehrere Teleskope haben, die gleichzeitig dieselbe Funkquelle im Kosmos beobachten (und sehr genaue Atomuhren als Richtschnur verwenden), die Entfernung (oder Basislinie) ) zwischen Observatorien simulieren den Effekt der Verwendung eines Teleskops mit einem Durchmesser dieses Abstands. Die Auflösung der Beobachtung wird verbessert, wenn im Interferometer mehrere Observatorien als eine arbeiten. Traditionell wurde das an jeder Antenne empfangene Funksignal auf einem Magnetband aufgezeichnet und dann an eine zentrale Verarbeitungsanlage gesendet. Die Erstellung der Ergebnisse einer Kampagne dauerte in der Regel Wochen. Mit dem e-VLBI-System können Aufzeichnungsdaten am Teleskopstandort umgangen und zusammen mit den anderen Teleskopen, die dieselbe Quelle beobachten, in Echtzeit an die zentrale Verarbeitungsanlage übertragen werden. Die Ergebnisse sind jetzt in wenigen Stunden verfügbar – eine wichtige schnelle Verarbeitung, wenn schnelle astronomische Prozesse (wie Supernovae) ablaufen.

„Diese Ergebnisse sind für den Fortschritt der Radioastronomie von großer Bedeutung. Es zeigt nicht nur, dass Teleskope der Zukunft in weltweiter Zusammenarbeit entwickelt werden können, sondern dass sie auch als wirklich globale Instrumente betrieben werden können. “ – Huib Jan van Langevelde, JIVE-Direktor.

Das EXPReS-Projekt wird von der Europäischen Kommission finanziert und zielt darauf ab, 16 der weltweit empfindlichsten Funkobservatorien miteinander zu verbinden. In der Mitte dieser Zusammenarbeit befindet sich der JIVE-Prozessor, sodass Astronomen mithilfe der Echtzeit-Datenverarbeitung sehr schnelle Ergebnisse erzielen und auf vorübergehende Funkquellen reagieren können.

Quellen: Physorg.com, Arecibo Observatory

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