Ein weiterer toter Satellit, der im November aus dem Weltraum fällt

Ein erloschener NASA-Satellit, der letzte Woche auf die Erde gefallen ist, hat weltweit für Aufregung gesorgt, aber es ist nicht das einzige Raumschiff, das aus dem Weltraum fällt.

Das stillgelegte deutsche Röntgen-Weltraumobservatorium, genannt Roentgen Satellite oder ROSAT, wird irgendwann Anfang November auf die Erde stürzen, aber es ist noch zu früh, um genau zu bestimmen, wann und wo Trümmer vom Satelliten landen werden, so Beamte der Deutschen Luft- und Raumfahrt Center.

Die Umlaufbahn des 2,4 Tonnen schweren Raumfahrzeugs erstreckt sich von den Breitengraden von 53 Grad Nord und Süd, was bedeutet, dass der Satellit irgendwo über einen riesigen Teil des Planeten fallen könnte - von Kanada bis nach Südamerika, sagten deutsche Aerospace-Beamte. [6 größte unkontrollierte Raumsonde fällt aus dem Weltraum]

Die jüngsten Schätzungen deuten darauf hin, dass bis zu 30 große Teile des Satelliten die intensive und sengende Reise durch die Erdatmosphäre überleben könnten. Insgesamt könnten etwa 1,6 Tonnen der Satellitenkomponenten die Oberfläche der Erde erreichen, so die Vertreter der deutschen Luftwaffe.

Der Wiedereintritt wird dem NASA-6-Tonnen-Upper Atmosphere Research Satellite (UARS) ähneln, der am Samstag (24.9.) In den südlichen Pazifik stürzte..

ROSAT kommt nach Hause

1998 scheiterte der Startracker von ROSAT, was dazu führte, dass seine Onboard-Kamera direkt auf die Sonne zeigte. Das Ereignis beschädigte das Raumfahrzeug dauerhaft und ROSAT wurde im Februar 1999 offiziell stillgelegt.

Die Wissenschaftler verfolgen aktiv den toten Satelliten, aber viele der Details werden bis ungefähr zwei Stunden vor dem Auftreffen der Erde unsicher sein.

"Es ist nicht möglich, den Wiedereintritt von ROSAT genau vorherzusagen", sagte Heiner Klinkrad, Leiter des Space Debris Office der Europäischen Weltraumorganisation, in einem Webcast auf der Website des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. "Die Unsicherheit wird abnehmen, wenn der Zeitpunkt des Wiedereintritts näher rückt. Es wird nicht möglich sein, bis etwa eine oder zwei Stunden vor der Tat verlässliche Vorhersagen über den Standort des Satelliten zu machen."

Es wird jedoch möglich sein, bestimmte geografische Regionen etwa einen Tag im Voraus aus der potenziellen Absetzzone auszuschließen, sagte Klinkrad. Das größte Stück Trümmer soll der hitzebeständige Spiegel des Teleskops sein.

"Im Allgemeinen, wenn ein Satellit wieder in die Atmosphäre eindringt, erreichen etwa 20 bis 40 Prozent seiner Masse tatsächlich die Erdoberfläche", sagte Klinkrad. "Bei ROSAT könnte diese Zahl etwas höher liegen, weil eine ihrer charakteristischen Eigenschaften darin besteht, dass sie hitzebeständige Spiegelstrukturen an Bord trägt." [Related: Fallende Satelliten und Weltraummüll: Fragen und Antworten mit Orbital Debris Expert]

Kleines Risiko für die Öffentlichkeit

Fragmente von ROSAT könnten über einen 80 Kilometer langen Pfad zur Erde zurückfallen, aber trotz der unkontrollierten Natur des Wiedereintritts von ROSAT sind die Chancen auf Personen- oder Sachschäden extrem gering, sagten deutsche Aerospace-Beamte.

Als beispielsweise der NASA-Satellit UARS zur Erde fiel, sagte die NASA, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Teile der Raumsonde eine der fast sieben Milliarden Menschen auf der Erde treffen, etwa 1 zu 3.200 beträgt. Das tatsächliche persönliche Risiko, für eine einzelne Person getroffen zu werden, lag jedoch bei 1 zu mehreren Billionen, sagten NASA-Beamte.

Bislang wurden keine ernsthaften Verletzungen oder Todesopfer durch fallende Weltraummüll gemeldet, haben NASA-Wissenschaftler gesagt.