Spitzer sieht riesige Staubwolken um M82

Ein Infrarotbild der Zigarrengalaxie von Spitzer. Bildnachweis: NASA / JPL Zum Vergrößern anklicken
Das Spitzer-Weltraumteleskop der NASA hat eine brennend heiße Galaxie entdeckt, die Staub- und Rauchwolken ausbläst. Im sichtbaren Licht sieht die Galaxie ziemlich normal aus, aber in Spitzers Infrarotansicht befindet sie sich in einer riesigen Staubwolke. Diese Wolken sind die größten, die jemals um eine Galaxie gesehen wurden und erstrecken sich 20.000 Lichtjahre von der galaktischen Ebene in beide Richtungen.

Wo Rauch ist, ist Feuer – auch im Weltraum. Ein neues Infrarotbild vom Spitzer-Weltraumteleskop der NASA zeigt eine brennend heiße Galaxie, deren feurige Sterne riesige Rauchwolken auszublasen scheinen.

Die Galaxie, Messier 82 genannt, oder die „Zigarrengalaxie“, war früher dafür bekannt, eine Brutstätte junger, massereicher Sterne zu beherbergen. Das neue Spitzer-Bild zeigt zum ersten Mal den „Rauch“, der diese Sternfeuer umgibt.

"Wir haben so etwas noch nie gesehen", sagte Dr. Charles Engelbracht von der University of Arizona, Tucson. "Diese ungewöhnliche Galaxie hat eine enorme Menge Staub ausgestoßen, um sich mit einer Wolke zu bedecken, die heller ist als alle anderen Galaxien."

Die falsch gefärbte Ansicht, online unter http://www.spitzer.caltech.edu/Media, zeigt Messier 82, eine unregelmäßig geformte Galaxie, die auf der Seite positioniert ist, als diffusen blauen Lichtbalken. Riesige rote Staubwolken, von denen angenommen wird, dass sie eine Verbindung enthalten, die der eines Autoabgases ähnelt.

Das stinkende Material, polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff genannt, befindet sich auf der Erde in Endrohren, Grillstellen und anderen Orten, an denen Verbrennungsreaktionen aufgetreten sind. In Galaxien wird das Zeug von Sternen erzeugt, deren Winde und Strahlung das Material in den Weltraum blasen.

"Normalerweise sieht man Rauch vor einem Feuer, aber wir wussten über das Feuer in dieser Galaxie Bescheid, bevor Spitzers Infrarotaugen den Rauch sahen", sagte Dr. David Leisawitz, Spitzer-Programmwissenschaftler am NASA-Hauptsitz in Washington.

Diese dunstigen Wolken gehören zu den größten, die jemals in einer Galaxie gesehen wurden. Sie erstrecken sich 20.000 Lichtjahre von der galaktischen Ebene entfernt in beide Richtungen, weit darüber hinaus, wo sich Sterne befinden.

Frühere Beobachtungen von Messier 82 hatten zwei kegelförmige Wolken aus sehr heißem Gas ergeben, die unterhalb und oberhalb des Galaxienzentrums nach außen ragten. Spitzers empfindliches Infrarot-Sehen ermöglichte es den Astronomen, den Staub der Galaxie zu sehen.

"Spitzer hat uns überall in dieser Galaxie einen Staubhalo gezeigt", sagte Engelbracht. "Wir verstehen immer noch nicht, warum der Staub überall ist und nicht kegelförmig."

Kegelförmige Staubwolken um diese Galaxie hätten darauf hingewiesen, dass ihre zentralen, massiven Sterne den Staub in den Weltraum gesprüht hatten. Stattdessen glauben Engelbracht und sein Team, dass Sterne in der ganzen Galaxie die „Rauchsignale“ aussenden.

Messier 82 befindet sich etwa 12 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Ursa Major. Es erlebt im Mittelalter eine Renaissance der Sterngeburt, wobei die intensivsten Ausbrüche der Sternentstehung im Kern stattfinden. Die Interaktion der Galaxie mit ihrem Nachbarn, einer größeren Galaxie namens Messier 81, ist die Ursache für den ganzen Aufruhr der Sterne. Unsere eigene Milchstraßengalaxie ist ein weniger hektischer Ort, in dem Staub auf die galaktische Ebene beschränkt ist.

Die Ergebnisse werden in einer kommenden Ausgabe des Astrophysical Journal veröffentlicht. Andere Autoren, die maßgeblich zu dieser Arbeit beigetragen haben, sind Praveen Kundurthy und Dr. Karl Gordon, beide von der University of Arizona. Das Bild wurde im Rahmen der Spitzer Infrared Nearby Galaxy Survey aufgenommen, die von Dr. Robert Kennicutt, ebenfalls von der University of Arizona, geleitet wird.

Das Jet Propulsion Laboratory verwaltet die Spitzer-Weltraumteleskop-Mission für das Science Mission Directorate der NASA in Washington. Wissenschaftliche Operationen werden im Spitzer Science Center in Caltech durchgeführt. JPL ist ein Geschäftsbereich von Caltech.

Weitere Informationen zu Spitzer finden Sie unter http://www.spitzer.caltech.edu/spitzer. Weitere Informationen zu NASA- und Agenturprogrammen im Internet finden Sie unter http://www.nasa.gov/home/.

Originalquelle: NASA-Pressemitteilung

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