Zu weise, um sich von Staub täuschen zu lassen: Über 300 neue Sternhaufen entdeckt

Brasilianische Astronomen haben mehr als 300 Sternhaufen entdeckt, die aufgrund der beträchtlichen Staubverdeckung weitgehend übersehen wurden. Die Astronomen der Universidade Federal do Rio Grande do Sul verwendeten Daten, die mit dem WISE-Weltraumteleskop (Wide-Field Infrared Survey Explorer) der NASA erhalten wurden, um die Cluster zu erkennen.

"WISE ist ein mächtiges Werkzeug, um … junge Cluster in der gesamten Galaxie zu untersuchen", bemerkte die Gruppe. Die entdeckten Cluster wurden zuvor übersehen, da die konstituierenden Sterne tief in ihre Elternmolekülwolke eingebettet sind und von Staub umgeben sind. Aus solchen Umgebungen können Sterne und Sternhaufen entstehen.

Die Gruppe fügte hinzu: "Der vorliegende Katalog neuer Cluster wird sicherlich eine wichtige Quelle für zukünftige Studien zur Sternhaufenbildung sein." In der Tat ist WISE gut geeignet, um neue Sterne und ihre Wirtscluster zu identifizieren, da Infrarotstrahlung weniger empfindlich gegen Staubverdeckung ist. Der infrarote Teil des elektromagnetischen Spektrums wird von WISE abgetastet.

In der Vergangenheit wurden häufig neue Sternhaufen identifiziert, während fotografische Platten untersucht wurden, die bei (oder nahe) sichtbaren Wellenlängen (d. H. Den gleichen vom Auge abgetasteten Wellenlängen) abgebildet wurden. Junge eingebettete Cluster wurden folglich unterabgetastet, da das Ausmaß der Staubverdeckung wellenlängenabhängig ist. Wie in der obigen Abbildung gezeigt, dringen die Infrarotbeobachtungen im Vergleich zu optischen Beobachtungen in den Staub ein.

Die neueste Generation von Infrarot-Vermessungsteleskopen (z. B. Spitzer und WISE) ist daher ein hervorragendes Instrument zur Erkennung von Clustern, die in ihre Mutterwolke eingebettet oder aufgrund von Staub, der entlang der Sichtlinie liegt, vor der Erkennung verborgen sind. Das Team stellt fest: "Die Galaxie scheint 100000 offene Cluster zu enthalten, aber nur etwa 2000 haben astrophysikalische Parameter festgelegt." Es ist zu hoffen, dass fortgesetzte Untersuchungen mit WISE und Spitzer den Astronomen helfen werden, diese Lücke zu minimieren.

Die Entdeckungen werden in einer neuen Studie von D. Camargo, E. Bica und C. Bonatto mit dem Titel „New Glactic Embedded Cluster und Kandidaten aus einer WISE-Umfrage“ beschrieben. Die Studie wurde zur Veröffentlichung angenommen und erscheint in einer der nächsten Ausgaben der Zeitschrift New Astronomy. Weitere Informationen zu galaktischen Sternhaufen finden Sie bei Dias et al. Katalog, WEBDA-Katalog oder Star Clusters Young & Old Newsletter. Vielen Dank an K. MacLeod für den Titelvorschlag.

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