Die NASA hat ein neues vollelektrisches Flugzeug

Derzeit machen kommerzielle Flugreisen 4 bis 9% der anthropogenen Treibhausgase aus, die zum Klimawandel beitragen. Was noch schlimmer ist, die Flugzeugemissionen steigen dank steigender Bevölkerungszahlen und der zunehmenden Globalisierung unserer Wirtschaft. Deshalb hat die NASA die Entwicklung von Elektroflugzeugen vorangetrieben dasse letzten Jahrzehnten.

Ähnlich wie wiederverwendbare Raumfahrzeuge und Infrastrukturen sind Elektroflugzeuge Teil des Bestrebens der NASA, die Luft- und Raumfahrt billiger, effizienter und weniger umweltschädlich zu machen. Ihre Bemühungen trugen Früchte in Form der X-57 Maxwell – des ersten vollelektrischen Versuchsflugzeugs -, das kürzlich an das NASA Armstrong Flight Research Center (AFRC) in Edwards, Kalifornien, geliefert wurde.

Die X-57 wird von Empirical Systems Aerospace (ESAero), einem in Kalifornien ansässigen Verkehrsflugzeughersteller, hergestellt und ist das erste Elektrofahrzeug mit Besatzung seit zwei Jahrzehnten. Die Version, die am 2. Oktober ausgeliefert wurde, ist als Modification II (Mod II) bekannt, eine von drei entwickelten Konfigurationen.

Die Mod II ist im Wesentlichen ein Basisflugzeug P2006T, ein zweimotoriges leichtes Passagierflugzeug, das vom italienischen Luftfahrthersteller Costruzioni Aeronautiche Tecnam entworfen und gebaut wurde. Die Umstellung auf vollelektrische Systeme war eine einfache Sache, bei der die traditionellen Verbrennungsmotoren gegen elektrische Kreuzfahrtmotoren ausgetauscht wurden.

Die Lieferung dieses Flugzeugs ist ein wichtiger Meilenstein für das Projekt, da die NASA-Ingenieure damit beginnen können, Bodentests durchzuführen. Daran schließen sich Taxitests an, die schließlich zu Flugtests führen. Als Tom Rigney – der X-57-Projektmanager im Armstrong Flight Research Center in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung der NASA erklärt:

Die Auslieferung von X-57 Mod II-Flugzeugen an die NASA ist ein bedeutendes Ereignis und markiert den Beginn einer neuen Phase in diesem aufregenden elektrischen X-Flugzeug-Projekt. Mit dem Flugzeug in unserem Besitz wird das X-57-Team in Kürze umfangreiche Bodentests des integrierten elektrischen Antriebssystems durchführen, um sicherzustellen, dass das Flugzeug flugfähig ist. Wir planen, auf dem Weg zu Flugtests schnell wertvolle Erkenntnisse auszutauschen, um den wachsenden Markt für Elektroflugzeuge zu informieren.

Während der X-57 Mod II getestet wird, um seine Schlüsselsysteme zu validieren, werden die nächsten Phasen des Projekts – Mods III und IV – weiterentwickelt. Diese Bemühungen sind bereits weit fortgeschritten, und die Ingenieure des NASA-Laboratoriums für Fluglasten (Teil des AFRC) haben kürzlich die Lasttests eines neuen Flügels mit hohem Seitenverhältnis abgeschlossen.

Dieser Flügel soll an einem P2006T-Rumpf montiert werden, um in ESAeros Werk einer Passprüfung unterzogen zu werden. Er wird in den Mod III- und IV-Konfigurationen verwendet. Wie der Präsident und CEO von ESAero, Andrew Gibson, bekannt gab:

„ESAero freut sich, den MOD II X-57 Maxwell an die NASA AFRC liefern zu können. In dieser revolutionären Zeit ebnet der X-57 den Erfahrungen und Lehren, die er von den frühen Anforderungen bis zur Entwicklung der aktuellen Standards gezogen hat. Dieser Meilenstein ermöglicht es der NASA, ESAero und dem Small Business-Team, zusammen mit dem erfolgreich belasteten MOD III-Flügelrücken die Entwicklung verteilter Antriebe für Elektroflugzeuge für die Konfigurationen MOD III und MOD IV mit Integration in unseren Einrichtungen in zu beschleunigen und zu leiten San Luis Obispo. "

Eines der Hauptziele des X-57-Projekts ist die Entwicklung von Zertifizierungsstandards für den schnell wachsenden Markt für Elektroflugzeuge. In naher Zukunft werden voraussichtlich städtische Luftmobilitätsfahrzeuge (auch Lufttaxis und fliegende Autos genannt) einbezogen, die auch auf komplexen verteilten elektrischen Antriebssystemen basieren werden.

Während die Forschung und Entwicklung fortgesetzt wird, wird die NASA die Details des Entwurfs- und Testprozesses ihres Flugzeugs mit Branchenexperten und Luftfahrtbehörden teilen. Es ist zu hoffen, dass dies den Zertifizierungsprozess für Flugzeuge mit elektrischem Antrieb vorantreibt und den Weg für die Entwicklung umweltfreundlicher, leiser und kostengünstiger Flugzeuge ebnet.

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