Chandra betrachtet den Perseus-Cluster

Perseus-Cluster. Bildnachweis: NASA Zum Vergrößern anklicken
Eine Ansammlung von 270 Stunden Chandra-Beobachtungen der zentralen Regionen des Perseus-Galaxienhaufens zeigt Hinweise auf die Turbulenzen, die den Haufen seit Hunderten von Millionen von Jahren erschüttert haben. Als eines der massereichsten Objekte im Universum enthält der Cluster Tausende von Galaxien, die in eine riesige Wolke aus Gas mit mehreren Millionen Grad und einem Massenäquivalent von Billionen Sonnen eingetaucht sind.

Im Bild sind enorme helle Schleifen, Wellen und strahlartige Streifen zu erkennen. Die dunkelblauen Filamente im Zentrum sind wahrscheinlich auf eine Galaxie zurückzuführen, die auseinandergerissen wurde und in NGC 1275, a.k.a. Perseus A, fällt, die riesige Galaxie, die im Zentrum des Clusters liegt.

Bei einer speziellen Verarbeitung, mit der Nieder- und Hochdruckbereiche im heißen Gas hervorgehoben werden sollen, wurden große Niederdruckbereiche freigelegt (in der beigefügten Bildüberlagerung in lila dargestellt und mit der weißen Kontur umrandet). Diese Niederdruckbereiche erscheinen als expandierende Federn, die sich 300.000 Lichtjahre vom supermassiven Schwarzen Loch in NGC 1275 nach außen erstrecken.

Es wird angenommen, dass der Heißgasdruck in den Federn niedrig ist, da unsichtbare Blasen von energiereichen Partikeln das Gas verdrängt haben. Die Federn sind auf explosive Entlüftung aus der Nähe des supermassiven Schwarzen Lochs zurückzuführen.

Die Entlüftung erzeugt Schallwellen, die das Gas in den inneren Bereichen des Clusters erwärmen und verhindern, dass das Gas abkühlt und mit hoher Geschwindigkeit Sterne bildet. Dieser Prozess hat das Wachstum einer der größten Galaxien im Universum verlangsamt. Es ist ein dramatisches Beispiel dafür, wie ein relativ kleines, aber massereiches Schwarzes Loch im Zentrum einer Galaxie das Heiz- und Kühlverhalten von Gas weit über die Grenzen der Galaxie hinaus steuern kann.

Ursprüngliche Quelle: Chandra Röntgenobservatorium

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