Neue Hubble Fotos zeigen unheimliche Green Space Cloud

Das Hubble Space Telescope der NASA hilft dabei, eines der merkwürdigsten Objekte im Weltraum zu entmystifizieren - einen riesigen, leuchtenden, grünen Gasblobe, der in der Nähe einer Spiralgalaxie schwebt.

Hubble hat in dem riesigen Objekt, das als Hanny's Voorwerp ("Hanny's Object" auf Niederländisch) bekannt ist, feine Gasfäden und eine Tasche junger Sternhaufen entdeckt. Hubbles neue Fotos bieten die schärfste Aussicht auf Hanny's Voorwerp, wie Forscher sagten, und enthüllen eine Sterngeburtenregion im Objekt.

"Die Sternhaufen sind lokalisiert, beschränkt auf ein Gebiet von mehreren tausend Lichtjahren", sagte Studienleiter William Keel von der University of Alabama in Tuscaloosa. "Die Region hat vielleicht mehrere Millionen Jahre lang Sterne ausgebrannt. Sie sind so schwach, dass sie vorher im hellen Licht des umgebenden Gases verloren gegangen sind."

Keel präsentierte die Ergebnisse seines Teams heute (10. Januar) auf dem Wintertreffen der American Astronomical Society in Seattle.

Citizen Science kommt groß raus

Die neuen Hubble-Entdeckungen sind die neuesten Funde in einer laufenden Untersuchung von Hanny's Voorwerp, die nach Hanny van Arkel benannt ist. Van Arkel, ein niederländischer Lehrer, entdeckte die gespenstische Struktur im Jahr 2007, als er am Online-Projekt Galaxy Zoo teilnahm.

Galaxy Zoo beauftragt die Öffentlichkeit mit der Klassifizierung von mehr als einer Million Galaxien, die im Sloan Digital Sky Survey katalogisiert wurden. Das Projekt wurde um den Hubble Zoo erweitert, in dem die Öffentlichkeit Bilder von Zehntausenden von Galaxien des Hubble-Weltraumteleskops untersuchen soll.

In der neuen Studie berichten Forscher, dass Hubbles Kameras Sterngeburten in einer Region von Hanny's Voorwerp entdeckt haben, die der Spiralgalaxie IC 2497 zugewandt ist, die etwa 650 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist.

Radiobeobachtungen hatten zuvor einen Abfluss von Gas aus dem Kern der Galaxie gezeigt. Die neuen Hubble-Bilder zeigen, dass das Gas der Galaxie mit einer kleinen Region von Hanny's Voorwerp interagiert, die kollabiert und Sterne bildet. Die jüngsten Sterne sind ein paar Millionen Jahre alt, sagten Forscher.

Ein aktiver galaktischer Kern

Neuere Röntgenbeobachtungen haben ergeben, warum Hanny Voorwerp überhaupt die Aufmerksamkeit von Astronomen auf sich gezogen hat. Der aktive Kern des IC 2497 produzierte einen Quasar - ein starkes Leuchtfeuer, das von einem Schwarzen Loch angetrieben wird - sagten Forscher.

Der Quasar schoss einen breiten Lichtstrahl in Richtung Hanny's Voorwerp und beleuchtete die Gaswolke. Seine hellgrüne Farbe kommt von glühendem Sauerstoff, den Forschern zufolge.

"Wir haben den Quasar nur knapp verfehlt, weil er vor nicht mehr als 200.000 Jahren abgeschaltet wurde. Was wir sehen, ist das Nachleuchten des Quasars", sagte Keel. "Dies deutet darauf hin, dass es flackern könnte, was typisch für Quasare ist, aber wir haben noch nie gesehen, dass solch eine dramatische Veränderung so schnell passiert."

Der Ausbruch des Quasars könnte auch einen Schatten auf Hanny's Voorwerp geworfen haben, was die Illusion eines klaffenden Lochs von etwa 20.000 Lichtjahren im Objekt auslöste. Hubble-Bilder zeigen scharfe Kanten um die scheinbare Öffnung, was darauf hindeutet, dass ein Objekt in der Nähe des Quasars einen Teil des Lichts blockiert haben könnte.

Ein hartes Leben für IC 2497

Andere Studien haben ergeben, dass Hannys Voorwerp keine Insel im Weltraum ist. Vielmehr ist es ein Teil eines sich drehenden Gasstrangs von etwa 300.000 Lichtjahren Länge, der sich um die Galaxie legt, sagten Forscher.

Der einzige optisch sichtbare Teil des Seils ist Hannys Voorwerp, das sich von 44.000 Lichtjahren bis zu 136.000 Lichtjahren vom Kern der Galaxie erstreckt.

Der Quasar, der Gasaustritt, der die Sternentstehung ausgelöst hat, und das lange Tau des Gases deuten auf ein raues Leben für IC 2497 hin, so Forscher.

"Die Beweise deuten darauf hin, dass IC 2497 vor etwa einer Milliarde Jahren mit einer anderen Galaxie verschmolzen sein könnte", sagte Keel. "Die Hubble-Bilder zeigen in exquisiten Details, dass die Spiralarme verdreht sind, also hat sich die Galaxie nicht vollständig niedergelassen."

Ein kürzlich verdunkelter Quasar

In Keels Szenario hat die galaktische Fusion den langen Gasstrom von IC 2497 ausgestoßen und Gas und Sterne in das Zentrum geleitet, das das Schwarze Loch gespeist hat. Das gestaute schwarze Loch trieb den Quasar an, der zwei Lichtkegel abfeuerte. Ein Lichtstrahl beleuchtete einen Teil der Gaswolke, die jetzt Hanny's Voorwerp genannt wird.

Vor ungefähr einer Million Jahren, so die Forscher, erzeugten Stoßwellen glühendes Gas in der Nähe des Kerns der Galaxie und sprengten es nach außen. Der Ausbruch könnte eine Sternentstehung in Hannys Voorwerp ausgelöst haben. Dann, vor weniger als 200.000 Jahren, sank der Quasar um 100 Mal oder mehr und hinterließ einen normal aussehenden Kern.

Neue Bilder des staubigen Kerns der Galaxie von Hubble zeigen eine sich ausbreitende Gasblase, die aus einer Seite des Kerns geblasen wird, vielleicht ein Beweis für die letzten Stöße des sputternden Quasars. Der sich ausdehnende Gasring ist nach Ansicht von Forschern immer noch zu klein für bodengebundene Teleskope.

"Dieser Quasar könnte für ein paar Millionen Jahre aktiv gewesen sein, was vielleicht darauf hindeutet, dass Quasare in Zeitspannen von Millionen von Jahren blinken und nicht in den 100 Millionen Jahren, die die Theorie vorgeschlagen hat", sagte Keel. Er fügte hinzu, dass der Quasar wieder aufleuchten könnte, wenn mehr Material in das Schwarze Loch geworfen wird.